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Osten

Der Trabant 601

Das Auto, auf das man wartete


1964–1990

Man kaufte keinen Trabant. Man meldete sich an — und wartete. In den achtziger Jahren waren das oft mehr als zehn Jahre. Wer im August 1988 seinen Wagen abholen durfte, hatte sich im Oktober 1977 dafür angemeldet.

Das heißt: Eltern meldeten ein Auto an, das ihre Kinder zum Führerschein abholten. Der Trabant war deshalb nie nur ein Auto, sondern ein Familienereignis mit Vorlauf, und der Tag der Abholung ist bei vielen bis heute das genauere Datum als die eigene Einschulung.

Gebaut wurde der P 601 ab 1964 im VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau, insgesamt 2.818.547 Stück bis 1990. Die Karosserie bestand aus Duroplast — Phenolharz mit Baumwolle —, weshalb der Wagen bis heute die Pappe heißt, obwohl darunter ein Stahlgerippe steckt.

1985 kostete die günstigste Ausführung 8.500 Mark, die teuerste 9.700. Auf dem Gebrauchtmarkt lagen die Preise darüber — was sonst nirgends vorkommt und alles über die Wartezeit sagt. Am 25. Juli 1990 lief der letzte 601 vom Band.

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