Das Wort, das man zweimal löschte
Eine Seite mit dem Füller, ein Fehler, und dann die Entscheidung: löschen oder durchstreichen. Löschen sah besser aus — bis man an derselben Stelle zum dritten Mal löschte und das Papier aufging.
Und dann war da noch das andere Ende, mit dem man überschreiben konnte. Diese Schrift wurde nie richtig schwarz, sondern blieb bräunlich. Jeder Lehrer sah sofort, was passiert war.
Erste Mittel zum Entfernen von Tinte entwickelte Pelikan um 1930 unter Namen wie Radierwasser und Tintentod; den eigentlichen Tinten-Killer brachte die Bonner Firma Kreuzer heraus. Die Löschtinte besteht meist aus Wasser, einem Reduktionsmittel und Soda.
Und hier die Wahrheit, die man als Kind nicht wusste: Die Tinte ist gar nicht weg. Sie wird nur unsichtbar gemacht — mit den richtigen Chemikalien lässt sich die Schrift wieder sichtbar machen. Der Fehler war nie gelöscht, er war nur versteckt.