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Draußen

Das Bonanzarad

Bananensattel und Hirschgeweih


ab 1968

Es war das erste Fahrzeug, bei dem es nicht ums Fahren ging. Der lange Sattel, der hochgezogene Lenker, der Schalthebel mittendrin wie in einem Auto — das Rad sah aus, als gehörte es jemandem, der älter ist als man selbst.

Praktisch war daran wenig. Bergauf war es eine Qual, die Sitzposition machte den Rücken hohl, und zu zweit auf dem Bananensattel zu fahren war genau die Art von Idee, die zu aufgeschürften Knien führt.

Der Fahrradhersteller Kynast in Quakenbrück baute ab 1968 eine Kopie des amerikanischen Schwinn Stingray, die der Versandhändler Neckermann unter der Eigenmarke Bonanza verkaufte. Daher der Name, den heute jeder kennt und der mit der Fernsehserie nur den Klang teilt.

Wichtig zur Einordnung, weil es oft falsch erzählt wird: Das berühmte Verbot von 1974 wegen des Schalthebels betraf das amerikanische Modell Krate und wurde von der US-Behörde Consumer Products Safety Commission ausgesprochen — nicht in Deutschland. Hierzulande endete die Zeit der Bonanzaräder unspektakulär: Die BMX-Welle kam mit robusteren Rädern, und das Hirschgeweih sah über Nacht alt aus.

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