Der Hut, der die Wende überstand
Es ist eine der wenigen Sachen aus dem Osten, die nicht verschwunden sind, sondern sich ausgebreitet haben. Heute steht es in Städten, die es nie hatten, und Leute kaufen es als Lampe.
Der Grund ist einfach: Es hat ein Gesicht. Es ist keine Strichfigur, sondern jemand mit Hut, Bauchansatz und Stupsnase, der es eilig hat. Kinder verstehen sofort, dass da einer geht.
Am 13. Oktober 1961 legte der Verkehrspsychologe Karl Peglau in Ost-Berlin seine Vorschläge für neue Ampelsymbole vor. Ab 1969 standen die Figuren an den Straßen der DDR. Peglau ging es um Unfallzahlen — die Berühmtheit der Figuren war für ihn selbst ein Nebenprodukt.
Nach der Wende sollte es abgeschafft werden, und ausgerechnet ein westdeutscher Unternehmer sammelte die alten Leuchten ein und startete den Aufruf, es zu retten. Für viele Ostdeutsche wurde daraus ein Stellvertreter für alles, was still abgeräumt wurde.