Der Anfang der eigenen Musik
Es war der erste Gegenstand, der wirklich dir gehörte und sonst niemandem. Zwei Schaumstoff-Polster auf den Ohren, ein Druck auf die Taste, und die Welt war weg. Nicht leiser. Weg.
Vorher war Musik immer etwas gewesen, das im Raum stattfand: die Anlage im Wohnzimmer, das Radio in der Küche, immer mit jemandem zusammen, immer in einer Lautstärke, über die verhandelt wurde. Der Walkman war das Ende dieser Verhandlung.
Sony brachte ihn am 1. Juli 1979 in Japan heraus, das Gerät hieß TPS-L2. Nach Deutschland kam er 1980 und kostete rund 498 Mark — für ein Gerät, das nicht einmal aufnehmen konnte. Er hatte dafür zwei Kopfhörer-Anschlüsse, weil man bei Sony offenbar nicht glauben wollte, dass jemand freiwillig allein hört.
Die Batterien hielten nie so lange, wie man unterwegs war. Gegen Ende wurde die Musik langsamer und tiefer, und man wusste: noch zwei Lieder, dann ist Ruhe. Wer schlau war, hatte einen Bleistift dabei und spulte von Hand zurück — das sparte Strom für den Heimweg.