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Schule

Das Poesiealbum

Wer in dieses Büchlein schreibt


seit dem 16. Jahrhundert

Man gab es weiter und bekam es Tage später zurück, und dann las man zuerst nach, wer wie viel Mühe gegeben hatte. Eine ganze Seite mit Glanzbild und sauberer Schrift bedeutete etwas. Vier hingeworfene Zeilen auch.

Es war die erste Sammlung, die nicht aus Dingen bestand, sondern aus Menschen. Wer heute noch eines hat, hält Handschriften von Leuten in der Hand, die längst aus dem Leben verschwunden sind.

Der Brauch reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, damals als Stammbuch vor allem unter Studenten, die auf ihren Reisen Widmungen, Sprüche und Wappen ihrer Lehrer und Weggefährten sammelten. Im 18. und 19. Jahrhundert wanderte es aus der Gelehrtenwelt in bürgerliche Haushalte und wurde besonders bei jungen Mädchen beliebt.

Vierhundert Jahre lang derselbe Gedanke: Ich möchte etwas von dir behalten, das du selbst geschrieben hast. Kein Bildschirm hat dafür bisher einen Ersatz gefunden.

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