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Osten

Das Ferienlager

Drei Wochen ohne Eltern


DDR, ab 1949

Es waren die ersten Wochen im Leben ohne Eltern. Man kam an, kannte niemanden, und nach drei Tagen hatte man Freunde, deren Nachnamen man nie erfuhr und an deren Gesichter man sich vierzig Jahre später noch erinnert.

Dazu gehörte beides, und ehrlich ist nur, wenn man beides sagt: das Neptunfest, die Nachtwanderung, das Zelt — und der Fahnenappell am Morgen. Es war Ferien und Erziehung im selben Programm.

Die ersten staatlich organisierten Ferienlager gab es schon 1949. Später fuhr rund eine Million Kinder pro Jahr in eines der etwa 5.000 Lager; allein 1983 waren rund 800.000 Kinder bis 14/15 Jahre in Betriebsferienlagern. Ein Aufenthalt dauerte 14 bis 21 Tage, die Eltern zahlten davon im Schnitt 12 bis 20 Mark.

12 bis 20 Mark für drei Wochen mit Verpflegung, Fahrt und Betreuung — den Rest trugen die Betriebe. Wer heute Ferienbetreuung sucht, versteht sofort, warum das in Ost-Biografien einen so festen Platz hat.

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