An jeder Hauswand ein kleines Glücksspiel
Er hing an der Hauswand auf dem Schulweg, ungefähr in Augenhöhe eines Achtjährigen. Münze rein, drehen, und dann fiel etwas in die Klappe, von dem man vorher nicht wusste, was es ist.
Genau das war der Reiz. Es war kein Kauf, es war ein kleines Glücksspiel für sehr wenig Geld — und manchmal kam ein Ring oder eine Figur heraus statt der Kugel. Wer heute versteht, warum Menschen Überraschungspackungen kaufen, hat es hier gelernt.
Nach Deutschland kamen die Automaten in der Nachkriegszeit zusammen mit dem Kaugummi; frühestens ab 1950 ließ sich damit etwas an den Hauswänden kaufen, denn dafür brauchte es eine stabile Währung. Zwischen den fünfziger und neunziger Jahren gab es schätzungsweise etwa eine Million Stück im Land, heute werden je nach Quelle noch 300.000 bis 800.000 geschätzt.
Er ist damit eines der wenigen Dinge dieser Liste, das es tatsächlich noch gibt — nur sieht man ihn nicht mehr, weil man nicht mehr in Augenhöhe eines Achtjährigen unterwegs ist.