Orange, damit man gesehen wird
Er war das erste eigene Gepäckstück im Leben. Man trug ihn am ersten Schultag mit vollem Ernst, obwohl fast nichts drin war, und man wusste genau, welche Farbe man wollte.
Und er war laut. Dieses leuchtende Orange war nicht schön gemeint, es war ein Sicherheitsmerkmal — auch wenn Kinder es einfach als Farbe verstanden, die man von weitem sieht.
Auf den Markt brachte ihn die Firma Sternjakob 1975, zurückgehend auf eine Erfindung des Österreichers Georg Essl III. Er unterschied sich von den damals üblichen Lederranzen durch das geringere Gewicht, das fluoreszierende Gewebe, Schlösser mit Katzenaugen und gepolsterte Gurte. Bis heute wurden über zehn Millionen Stück hergestellt.
Der Ranzen wurde also nicht schöner gemacht, sondern sichtbarer — weil Kinder im Dunkeln zur Schule gehen. Es ist eines der wenigen Kultobjekte, das aus einer Unfallstatistik entstanden ist.